PageRenderTime 21ms CodeModel.GetById 16ms app.highlight 1ms RepoModel.GetById 1ms app.codeStats 1ms

/intermediates/abby-more-text-ohne-schrottseiten/ocr-results/179562.txt

https://gitlab.com/suub/ocr-engine-results
Plain Text | 34 lines | 34 code | 0 blank | 0 comment | 0 complexity | 2a7256c99697d1403550848ddc65a8ea MD5 | raw file
 1171
 2Mittel, sich den gemeinschaftlichen Feinden, denen die jede Neichsordnnng
 3untergraben wollen, zu entziehen. Der Kaiser, von einem Edelknaben geführt, irrt verkleidet durch sein Reich, bis er zuletzt am Rhein wieder einen Anhang um sich versammelt. Abermals, an den Ufern bei Coblenz,
 4treten die Heere des Vaters und Sohnes einander gegenüber. Da gewahrt
 5der Kaiser die feindlichen Schaaren, wie sie auf dem andern Ufer aufziehn,
 6und seinen Sohn in ihrer Mitte. Von jenem Ucbcrmaaß der innern Bewegung, das ihn bei so manchen Gelegenheiten in Unglück und Schmach
 7stürzte, getrieben, begiebt sich der bekümmerte Vater nach den Zelten seines
 8Sohnes. Um jeden Preis will er das Herz desselben zum Fricdensschlußc
 9gewinnen. Allein Thränen, Fußfall und Versprechen bringen nur eine
10scheinbare Versöhnung zu Wege. Der Sohn, seines Zieles gewiß, führt
11den Kaiser nach Bingen, umringt ihn mit seinen Leuten, und hält ihn in
12jenem Schloß, wovon man noch jetzt wenige Trümmer sieht, gefangen.
13Als Werkzeug diente ihm dabei Gebhard, Bischof von Spcicr, der, wie
14der Erzbischof von Mainz, mit den Einwohnern seiner eignen Hauptstadt
15in Zwist lag. - Hier schließt der dritte Akt des Trauerspiels. - Der
16folgende, dessen größter Theil hier mitgetheilt wird, enthält die Thronentsagung Heinrichs auf dem Fürstentage zu Jngelhcim. - Zuerst tritt König
17Heinrich in die Versammlung, die aus den Fürsten seines Anhanges besteht,
18und erklärt, heuchlerischer Weise, daß er die ihm angetragene Krone nicht
19annehme. Er räth selbst zur Wiedereinsetzung des Kaisers, dessen Bann
20und Zerwürfnis) mit Rom sich ausgleichen lasse. Auf wiederholtes Dringen der Fürsten nimmt er endlich den Thron ein. Da erscheint der Kaiser
21mit den Jnsignien. Unter den Augen des Sohnes legen die heftigsten unter
22seinen Feinden ihre Hand an diese Zeichen der höchsten Gewalt. Der Kaiser,
23von Allen verlassen, legt sie auf den Stufen des Thrones nieder, und bittet um
24Freiheit und eine Zuflucht für sein Alter. Der neue König weist ihm, angeblich um ihn vor dem gegen ihn gereizten Volke zu schützen, die Bnrg
25ober Bingen an, wo er bisher als Gefangener gewesen. Umsonst versucht
26der Kaiser, diesen Spruch zu wenden. Es war dies die letzte Zusammenkunft
27zwischen Vater und Sohn. Das Unglück des gebeugten Herrn erweckt, wie
28immer, bald das Mitleid und das Pflichtgefühl, besonders der rheinischen
29Städte. Der Elsaß büßt die edle Treue gegen den rechtmäßigen Herrscher,
30mit der Verwüstung des Landes durch die Schaaren des neuerwählten Königs. Indessen gelingt es dein Kaiser, der Hast zu entkommen; lebensmüde
31und mit dem Gefühl des Todes begibt er sich nach Lüttich, wo er beim
32Bischof Otbert Aufnahme findet. Der Herzog von Limburg sammelt ein
33Heer für die kaiserliche Sache, während der König Heinrich sich vor Cöln
34gelagert hat.  Die Trene dieser edlen Stadt wirft den letzten Schein der